Herta Müllers „Niederungen“ als Onleihe-Hörbuch

In ihrem Debüt „Niederungen“ beschreibt Herta Müller das Dorf- und Familienleben der Banater Schwaben im kommunistischen Rumänien. Das Buch beinhaltet eine Sammlung von Erzählungen. Es erschien erstmals 1984 in Deutschland und wurde nun in einer Auswahl beim Verlag HörbucHHamburg von Marlen Diekhoff, Albert Kitzl und Herta Müller selbst gelesen. In dieser Fassung belegte der Titel den 2. Platz der HR2 Hörbuchbestenliste im Mai 2010.
Das Dorfleben in der rumäniendeutschen Enklave ist geprägt von Arbeit, Traditionen, Aberglaube, Gewalt und Angst. Herta Müller, die selbst 1953 in einem solchen rumäniendeutschen Dorf geboren wurde, skizziert ein düsteres Anti-Idyll, eine Heimat, die nichts Heimeliges hat. In den Erzählungen „Die Grabrede“, „Niederungen“ und „Dorfchronik“ schildert ein Mädchen das Leben in dieser Welt aus ihrem persönlichen Blickwinkel. In den zum Nachdenken anregenden Geschichten finden sich jedoch auch poetische Wendungen und hintergründiger Witz, sofern es die Situation zulässt. Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die nach dem Studium der deutschen und rumänischen Philologie zunächst in einer Maschinenfabrik als Übersetzerin arbeitete, weigerte sich, für den rumänischen Geheimdienst „Securitate“ zu arbeiten, weshalb sie aus der Fabrik entlassen wurde. Mit dem Erscheinen des damals stark zensierten Debüts „Niederungen“ wurde sie immer wieder durch die „Securitate“ verhört und bedroht. Nachdem sie in Rumänien nicht mehr veröffentlichen konnte, schrieb sie heimlich weiter. Nach dreijährigem Warten war es ihr 1987 möglich, nach Westberlin überzusiedeln. Herta Müller war als Gastprofessorin tätig und wurde für ihre Werke mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Über die Göppinger Onleihe kann das Hörbuch „Niederungen“ als E-Audio heruntergeladen werden.
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