Lesezeit am 29.Juni11 „Ingeborg Bachmanns – Kriegstagebuch“

Mittwoch 29, Juni 2011, 17 Uhr

Ulla Biskup liest aus: Ingeborg Bachmann „Kriegstagebuch

„Das ist der schönste Sommer meines Lebens, und wenn ich hundert Jahre alt werde das wird der schönste Frühling und Sommer bleiben. Vom Frieden merkt man nicht viel, sagen alle, aber für mich ist Frieden, Frieden!“

Das schreibt die achtzehnjährige Ingeborg Bachmann 1945, unmittelbar nach Kriegsende, in ihr Tagebuch. Daraus sprechen die Abscheu vor der NS-Ideologie und die Erleichterung über das Ende der Nazi-Herrschaft. Der euphorische Ton hat noch einen weiteren Grund: Ingeborg Bachmann hat sich in den britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh verliebt, einen Wiener Juden, dem 1938 die Emigration gelang. Es entsteht bald eine enge Freundschaft. Dennoch wandert Hamesh im Frühjahr 1946 in das damalige Palästina aus.

Zum ersten Mal wird Ingeborg Bachmanns Kriegstagebuch vom Spätsommer 1944 bis zum Juni 1945 vollständig aus dem Nachlass publiziert.

Ein einzigartiges Dokument des Dialogs zwischen den Kindern der Opfer und der Täter.

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