Lesezeit am 27.Juli2011 „Herzzeit“

Mittwoch 27. Juli 2011, 17 Uhr

Ulla und Dieter Biskup lesen aus: Ingeborg Bachmann – Paul Celan „Herzzeit. Der Briefwechsel“

 

„Du warst, als ich dir begegnete, beides für mich: das Sinnliche und das Geistige.“Paul Celan an Ingeborg Bachmann

Gegensätzlichere Personen mit gegensätzlicheren Biografien konnten sich im Wien 

der Nachkriegszeit kaum treffen. Ingeborg Bachmann, Philosophie studierende Tochter eines österreichischen NSDAP-Mitglieds und Paul Celan, staatenloser Jude, Überlebender der Judenvernichtung, der beide Eltern zum Opfer fielen.

Der Briefwechsel zwischen 1948 und 1961 ist ein bewegendes Zeugnis: zunächst als das Gespräch einer Liebe nach Auschwitz mit allen symptomatischen Störungen und Krisen aufgrund der so konträren Herkunft der beiden und ihrer schwer zu vereinbarenden Lebensentwürfe. Aber es ist auch ein Ringen um Freundschaft oder wenigstens um eine andere Art der Beziehung.

1961, als sich Celans psychische Krise zuspitzt, bricht der briefliche und der persönliche Kontakt ab. 1970 begeht Celan Selbstmord in der Seine.

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