Termine der Lesezeit Mai – Juli 2014

Mittwoch 14. Mai 17 Uhr

 

Ulla Biskup liest aus: Ernst Glaeser „Jahrgang 1902“

Der Krieg gehörte den Erwachsenen, wir liefen sehr einsam dazwischen herum.“ – Ernst wächst behütet in einer süddeutschen Kleinstadt des späten Kaiserreichs auf, und seine Welt scheint zunächst intakt. Doch tatsächlich ist die Gesellschaft gezeichnet durch die grundlegenden Konfliktlinien der Zeit: Antisemitismus, politische Kämpfe zwischen Linken und Rechten, Armen und Reichen.

Als Glaesers Roman 1928 erscheint, trifft er den Nerv der Zeit. Er bringt das Trauma jener Generation auf den Punkt, die ihre Desillusionierung hinter den Frontlinien des Ersten Weltkriegs erlebt. Das Buch – von der zeitgenössischen Kritik hoch gelobt – wird zum internationalen Sensationserfolg. !933 verbrannt, wurde es jetzt wieder entdeckt.

 

Mittwoch 28. Mai 17 Uhr

Ulla Biskup liest aus: Barbara Beuys „Die neuen Frauen – Revolution im Kaiserreich“

Im deutschen Kaiserreich gewinnen die Frauen an Einfluss und werden allmählich zu einem wichtigen Teil des öffentlichen Lebens. Sie sind erstmals berufstätig, sind Ärztinnen und Künstlerinnen, arbeiten in Büros und Postämtern und setzen sich für das Wahlrecht ein. Frauenvereine bringen Themen wie Sexualität und Scheidung zur Sprache. Doch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs findet die soziale Revolution ihr vorläufiges Ende. Barbara Beuys beschreibt lebendig und anhand vieler Lebensbilder den Ausbruch der Frauen aus dem alten Geschlechtermodell. Eine große Erzählung von der Gesellschaft vor hundert Jahren.

 

Mittwoch 11. Juni 17 Uhr

 

Ulla und Dieter Biskup lesen aus: Joseph Roth – Stefan Zweig „Jede Freundschaft mit mir ist verderblich. Briefwechsel 1927 – 1938.

Ein bewegendes Dokument einer intensiven Freundschaft in widrigsten Zeiten. Hier der alkoholabhängige und nostalgische Roth, dort der berühmte, mondäne Zweig. Themen der Briefe: Privates, das eigene Schreiben, ihr Judentum, die verheerende Politik , das Exil.

 

 

Mittwoch 25. Juni 17 Uhr

Ulla Biskup liest aus: Edgar Feuchtwanger „Als Hitler unser Nachbar war“

Tür an Tür mit Adolf Hitler
Edgar Feuchtwanger, der Neffe Lion Feuchtwangers, ist fünf, als seine Familie und er am Münchner Prinzregentenplatz einen neuen Nachbarn bekommen: Adolf Hitler.

 Anrührend, eindrucksvoll, oft komisch und traurig zugleich berichtet der renommierte Historiker Edgar Feuchtwanger in seinen Erinnerungen vom Untergang der Weimarer Republik, vom Verlust der Kindheit und von einer großbürgerlich-jüdischen Welt, die es in Deutschland heute so nicht mehr gibt.

 

Mittwoch 9. Juli 17 Uhr

 

Ulla Biskup liest aus: Sasa Stanisic „Vor dem Fest“

Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg.                                                               

Niemand will den Einbruch ins Haus der Heimat beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, treibt die Schlaflosen um. Alte Geschichten, Sagen und Märchen ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht, zu einem Mosaik des Dorflebens, in dem Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner und edle Räuber in Fußballtrikots aufeinandertreffen. Sie alle möchten etwas zu Ende bringen, in der Nacht vor dem Fest.

 

Mittwoch 23. Juli 17 Uhr

 

Ulla Biskup liest aus: Katja Petrowskaja „Vielleicht Esther“

Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, „mit nachlässiger Routine“ wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut?
Eine unabgeschlossene Familiengeschichte, die Katja Petrowskaja in kurzen Kapiteln erzählt.

 

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